Um dies verständlich zu machen, möchte ich (Martina Blume) aus meinem Leben ein Beispiel nennen, in welchem sich viele Menschen wieder erkennen werden.

Durch verschiedene Seminare hatte ich erlebt, dass Beziehungen erfüllend sein können. Aber mir war nicht ganz klar geworden, wie ich dieses in die Tat umsetzen kann. Am wichtigsten erschien es mir, in meiner eigenen Familie damit anzufangen. Ich wollte eine erfüllte Partnerschaft mit meinem Mann!

Ich hatte erkannt, dass unsere Missverständnisse immer nach gleichen Mustern abliefen. Vom Kopf her wusste ich, wie ich reagieren „sollte“, doch wenn ich in eine  stressige Situation kam, gelang es mir oft nicht, dieses auch umzusetzen. Es mochten immer unterschiedliche, alltägliche Situationen sein, aber die Art und Weise, wie wir sie zu lösen versuchten, blieb immer die gleiche. Ich hatte das Gefühl, mein Mann nimmt mich nicht ernst und versteht mich überhaupt nicht.

Was war das, was uns immer wieder gleich reagieren ließ und was uns an unsere Grenzen brachte? Nach welchen Mustern reagierten wir (immer wieder) und warum gab es sie überhaupt?


Es wurde mir bewusst, dass ich eigentlich schon immer - jedenfalls, so lange ich mich daran erinnern konnte - in Situationen mit anderen Menschen dasselbe erlebte. Also: Wenn mir die Dinge auch mit Anderen passierten, dann konnte es nicht „nur“ an meinem Mann liegen, dass ich so fühlte, wie ich fühlte.

Okay, aber woher kamen meine Muster und Grenzen dann? Es musste eine Zeit in meinem Leben gegeben haben, in der ich diese Muster noch nicht entwickelt hatte. Als ganz kleines Kind fühlte ich mich noch frei, spielte mit Hingabe, erforschte neue Dinge und lernte viel, ohne darüber nachzudenken. Ich tat es einfach. Doch irgendwann gab es Situationen, in denen ich dachte: „Na, wenn das hier so ist, dann...“. Mein Denken begann, sich zu verändern. Diese Veränderung im Kleinkindalter hatte dazu beigetragen, Meinungen über mich und die Menschen um mich herum, zu bilden.


Durch meine Entwicklung und Arbeit in den letzten Jahren ist mir ausserdem bewusst geworden, dass es Dinge gibt, die wir schon „mitbringen“ und die Auswirkungen auf die Meinungen haben, die wir als Kind bilden. Diese sowohl alten, als auch neuen Meinungen zu erkennen und zu lösen, sehen wir als Unterstützung für die Menschen an.

WAS BEDEUTET ES, GLAUBENSSÄTZE UND -MUSTER ZU ERKENNEN?